Was für ein Motorrad nimmt man?
Viele Neueinsteiger möchten möglichst viel Leistung haben und tendieren deshalb zu einer 250 2-Takt bzw. 450 4-Takt Maschine. Jeder erfahrene Crosser wird euch jedoch zu einer 125 2-Takt bzw. 250 4-Takt raten, da diese einfach handlicher, damit leichter zu kontrollieren, und vor allem nicht so aggressiv sind. Ihr habt also mit einer "Kleinen" einen wesentlich leichteren Start in den Sport, da ihr nicht so viel Kondition und Kraft braucht, als mit einer "Großen". Außerdem lernt man auf einem "kleineren" Bike das richtige Fahren. Es gibt genügend Fahrer, die auch nach jahrelanger Erfahrung einfach nicht mit einer 250 2-Takt bzw. 450 4-Takt klar kommen.
Ein weiteres Auswahlkriterium ist das Baujahr des Bikes. Auch hier tendieren Neueinsteiger häufig dazu, einen Fehler zu begehen, indem sie sich ein kostengünstiges, aber sehr altes Motorrad kaufen. Man kann zwar nicht pauschalisieren, dass alle alten Bikes Schrott sind, aber je älter das Motorrad ist, desto mehr wurde es bewegt, was folglich mehr Verschleiß verursacht und sich negativ auf den Zustand auswirkt. Am besten investiert man zwischen 2000 und 3000€ für ein 2-4 Jahre altes Motorrad. Siehe dazu auch den Artikel zum Gebrauchtkauf.
Was brauche ich alles?
Um das Motorrad von der Garage zur nächsten Cross-Strecke transportieren zu können, braucht man zunächst einmal einen Kleintransporter, oder ein Fahrzeug mit AHK und einen Anhänger. Die beste Lösung für einen Hobby-Fahrer ist sicher ein Kleintransporter, da man dort das Motorrad am sichersten unterbringen kann, Ersatzteile und Werkzeug gut verstauen kann, und man sich im Laderaum umziehen kann. Wenn man bereits einen PKW mit AHK besitzt, ist es günstiger, wenn man sich einen Anhänger kauft. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass man einen speziellen Motorradanhänger kauft, welcher mehr Sicherheit beim Transport des Motorrades gewährleistet. Dieser ist nur geringfügig teurer (Neupreis etwa 700€), kann jedoch als Transportmittel für Sportgeräte von der Steuer befreit werden. Man sollte sich jedoch im Klaren sein, dass man mit Anhänger bei weiten Fahrstrecken benachteiligt ist, da man max. 80 km/h fahren darf.
Ein wichtiges Thema ist die Ausrüstung. Hier müsst ihr entscheiden, was euch eure Gesundheit wert ist. Unumgänglich sind Stiefel, Helm, Brille, Knieschoner, Motocross Hose & Hemd, Handschuhe und ein Brustpanzer (oder Rückenschutz). Hier stimmt leider die Devise - teuer ist gut. Natürlich schützen minderwertige Produkte auch bei kleinen Stürzen. Sollte man jedoch mal einen etwas schwereren Unfall haben, weiß man, in was man investiert hat. Deshalb würde ich davon abraten, billige Stiefel oder gebrauchte Helme beispielsweise bei Ebay zu ersteigern. Wichtig ist hier auch, dass man z.B einen Helm nicht zu lange nutzt. Jeder, der schneller werden möchte überschreitet sein Limit und stürzt hin und wieder. Auch durch scheinbar harmlose Stürze kann der Helm beschädigt werden, und im Ernstfall nicht mehr den optimalen Schutz gewährleisten. Den Helm sollte man im Idealfall nur eine Saison fahren. Nach einem heftigeren Unfall sollte der Helm sofort entsorgt werden, egal wie alt er ist.
Ein weiterer Punkt ist das Werkzeug, sowie Schmiermittel und Pflegeprodukte. Motocross-Motorräder werden im "dirt" bewegt. Dadurch setzt sich an allen erdenklichen Stellen, die offen zugänglich sind, Sand und Staub fest. Dadurch ist der Verschleiß natürlich um ein vielfaches größer, als bei Straßen-Motorrädern. Um das Motorrad stets in einem optimalen Zustand zu halten, muss man es also nach jedem Gebrauch warten. Dazu braucht man jede Menge Werkzeug, Pflegeprodukte (Kettenspray, WD40, Luftfilteröl, Luftfiltereiniger, Silikonspray, Bremsenreiniger, Fett etc.). Da es sich bei einem Crosser um ein Wettbewerbsmotorrad handelt, welches auf Leistung getrimmt ist, sollten stets hochwertige Pflegeprodukte und Öle verwendet werden.
Man sollte sich sicher sein, dass man die nötigsten Wartungsarbeiten selber verrichten kann, also über eine Werkstatt (Garage) und das nötige Werkzeug verfügt und technisches Verständnis mitbringt. Wegen jeder Kleinigkeit zumHändler zu fahren, sprengt schnell den durchschnittlichen Geldbeutel. Wichtig ist auch das Abdampfen nach Einsätzen in feuchtem Terrain. Man sollte unbedingt die Möglichkeit haben, das Motorrad nach jedem Fahren abzudampfen (entweder im Garten, oder in einem Clean-Park).
Was kostet mich der Spaß?
Zunächst muss man sich natürlich erstmal das Motorrad, die Ausrüstung, sowie die Pflegeprodukte und ggf. Werkzeug kaufen. Die Ausrüstung kostet im günstigsten Fall, komplett ca. 400€. Nach oben sind hier natürlich keine Grenzen gesetzt - es ist durchaus möglich, für eine Ausrüstung auch 2500€ zu zahlen. Für weitere ~ 100€ bekommt man dann die nötigen Pflegeprodukte. Für Zubehör wie Hubständer, Kanister, Luftfilterabdeckung, Auspuffstopfen etc. kann man noch mal etwa 200€ hinlegen. Jetzt kann man eigentlich schon loslegen.
Natürlich halten Pflegeprodukte nicht wirklich lange. Dazu müssen Ölwechsel gemacht werden und Verschleißteile wie Kettensätze, Reifen, Kolben, Zündkerzen, Griffgummies, Bremsbeläge, Lager etc. gewechselt werden. Natürlich richtet sich der Verschleiß danach, wie oft und wie schnell man fährt, aber billig ist das auch als Anfänger nicht.
Gerade als Anfänger stürzt man auch relativ häufig, deshalb kann mal der eine oder andere Lenker krumm werden, diverse Armaturen oder Hebel brechen, oder Plastikteile abbrechen. Sobald man etwas schneller wird, stürzt man zwar nicht mehr so oft, allerdings entstehen bei höherem Tempo auch größere Schäden.
Man muss natürlich auch die Streckengebühr mit einberechnen. Als Clubmitglied zahlt man etwa 100-200€ im Jahr, kann dafür allerdings so oft wie man möchte dort fahren. Da man jedoch nicht nur auf einer Strecke fahren möchte, kann man auch einzelne Trainingskarten für 10-20€ pro Tag auf anderen Strecken erwerben. Für Sprit muss man mit ca. 10€ pro Tag rechnen. Man sollte allerdings auch beachten, dass das Transportmittel zur Strecke ebenfalls Geld kostet. Und je mehr Abwechslung man möchte, desto weiter treibt es einen von zu Hause weg.