Armpump
Wer kennt es nicht?
Schon nach wenigen Runden auf der Strecke werden die Unterarme hart und jeder Zug an Kupplung oder Bremse wird zu Qual. Also heißt es: ab ins Fahrerlager und warten, bis sich die Muskeln wieder entspannen. Dass das jedoch nicht so sein muss zeigen uns Fahrer, die einfach mal locker einen 20 Minuten Turn in Race-Speed hinlegen. Doch was machen die anders?
Wie entsteht Armpump?
Um das sogenannte “Armpump” reduzieren oder gar ganz verhindern zu können muss man zunächst einmal das Phänomen verstehen. Armpump entsteht, wenn die Sauerstoffversorgung in den Muskeln nicht ausreichend ist. Sauerstoff wird über die Lunge aufgenommen und mittels Blut in den Arterien und Kapilaren zu den Muskeln transportiert, genau wie das Luft/Benzin-Gemisch vom Vergaser in den Motorbrennraum transportiert wird. Und genau wie bei einem Motor muss auch das verbrannte Gemisch (in unserem Falle das Blut) wieder abtransportiert werden. Die Aufgabe des Auspuffs übernehmen in unserem Körper die Venen.
Infolge von Beanspruchung der Muskulatur beim Motocross kann sich diese um etwa 20% ausdehnen und verhärten. Dadurch entsteht ein Druck, der dazu führen kann, dass die Kapilaren ihre Funktion einstellen bzw. dass Venen wegen ihrer schwächeren Hülle verengt werden und damit der Blutfluss des verbrauchten Blutes stockt. Da jedoch die Arterien weiterhin frisches Blut in die Muskulatur pumpen und das Blut nicht mehr so schnell abfließen kann, wird der Druck noch einmal vergrößert, wodurch weitere Kapilaren ihre Funktion einstellen. Dies führt letztlich dazu, dass die Muskulatur mit weniger Sauerstoff versorgt wird und damit nicht voll funktionsfähig ist.
Doch was kann man dagegen tun?
Eines steht fest. Es gibt kein Patentrezept gegen Armpump. Die Ursachen können von Fahrer zu Fahrer unterschiedlich sein. Es scheinen sich jedoch unter Berücksichtigung der Entstehung von Armpump gewisse Maßnahmen als sinnvoll zu erweisen: Um die Muskulatur zu trainieren ist es sinnvoll, so oft wie möglich zu fahren. Bei vielen Fahrern stellst sich das Auftreten von Armpump ein, wenn sie 2x wöchentlich auf der Strecke sind. Ein wichtiger Punkt, den vor allem Anfänger vergessen, liegt darin, die Arme weniger zu belasten. Krampfhaftes Festhalten am Lenker führt zu einer Dauer- und Überbelastung der Arme. Wichtig ist es, mehr mit den Beinen zu arbeiten. Ganz wichtig ist es auch, ruhig zu bleiben und zu atmen. Viele Fahrer haben während des Trainings keine Probleme mit Armpump, doch bei den Rennen ist es plötzlich da. Das liegt daran, dass man angespannt und ist vergisst ruhig und tief zu atmen. Die Muskulatur braucht Sauerstoff! Helfen kann auch abwechselnde Bewegung der Finger während des Fahrens. Manche Fahrer bevorzugen es die Finger immer an Kupplung und Bremse zu haben. Hier bietet es sich an, die Finger an Stellen, wo Kupplung und Bremse nicht benötigt werden, zu lösen und zu bewegen. Das gleiche gilt, wenn man beim Fahren die Finger alle um den Griff hat. Einfach mal locker lassen und abwechseln die Finger bewegen, nicht verkrampfen. Wer nebenher im Fitness-Studio trainiert, sollte darauf achten, dass er nicht mit zu hohen Gewichten trainiert. Für die Belastungen im Motocross ist eine ausdauernde Belastungsfähigkeit nötig. Das Setup des Bikes spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Je besser das Fahrwerk arbeitet, desto weniger Belastung und Mühe hat der Fahrer damit. Auch die Höhe und Kröpfung des Lenkers sowie die Einstellung an den Hebeln können zum entspannteren Fahren beitragen. Hier gilt es auszuprobieren. Es gibt auch kleine Mittelchen aus der Hausapotheke, die Armpump reduzieren können: Aspirin verdünnt das Blut (eine Tablette am Tag reicht völlig aus) und Calcium aktiviert die Muskeln. Man sollte hier jedoch keine Wunder erwarten.
Wie bereits gesagt gibt es kein Patentrezept gegen Armpump. Bei den meisten Fahrern sollten die Beschwerden jedoch deutlich zurückgehen, wenn man sich an den genannten Punkten orientiert. Probiert es einfach aus.
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